Road to Kiew ohne Happy End…

Mit dem nötigen Respekt vor dem 12-maligen Titelträger, aber mit noch mehr Euphorie und festem Glauben an den eigenen Triumph waren unser Liverpool FC sowie wir Supporter, der „Travelling KOP“ (darunter auch einige German Reds), nach Kiew zum Champions League Finale 2018 gereist.

Bei einem überaus friedlichem Rahmen rund um das Match trafen am Abend des 26. Mai 2018 die Kontrahenten vor 63.000 Zuschauern, davon gut die Hälfte in Rot sowie ein Viertel im Weiß der Madrilenen, aufeinander, während an unserer heimischen Anfield Road, in der City von Liverpool und in Reals Bernabeu Stadion Zehntausende beim Public Viewing mitfieberten.


unsere Start-Elf: stehend v.l.n.r. Karius, Mane, Firmino, Lovren, van Dijk, Salah und knieend v.l.n.r. Wijnaldum, Milner, Alexander-Arnold, Henderson, Robertson

Im 4-3-3-System begannen unsere Reds und bereiteten dem Titelverteidiger große Probleme im Spielaufbau. Statt Ronaldo, der seine und damit Madrids erste Aktion nach 15 Minuten hatte,  wirbelten Sadio Mané, Mo Salah und Bobby Firmino. Nach mehreren verheisungsvollen Versuchen konnten wir leider auch eine herausragenden Doppelchance durch Roberto Firmino und Trent Alexander-Arnold (23.) nicht zum Führungstreffer nutzen.


Die wohl vorentscheidende Szene…

Dann der Bruch in unserem Spiel…

Real Kapitän Sergio Ramos riss in einem hart geführten Duell Mohamed Salah zu Boden (siehe oben), sodass dieser unglücklich auf die Schulter fiel und wenig später unter Tränen gegen Adam Lallana ausgewechselt werden musste.
Ein Schock für uns, d.h. für unsere Lads auf dem Ground ebenso wie die Fans auf den Rängen in Kiew, in Anfield  und auch sonst…
Mit einem torlosen Remis ging es anschließend in die Halbzeit.

Zu Beginn der zweiten Hälfte drückte Real und kam zu einem Lattentreffer. Kurz darauf hielt Benzema seinen Fuß in einen überhasteten Abwurf von Loris Karius und der Ball trudelte ins Tor – 1:0 für Madrid (51.).

Doch unsere Reds kamen schon vier Minuten später zurück, als Sadio Mane zum Ausgleich traf (55.). Alles war wieder offen…

Nach einer Stunde wechselte Real Trainer Zidane und brachte Bale für Isco. Nur vier Minuten später traf der Waliser per Fallrückzieher zum 2:1 für seine Farben. Ein toller Treffer aus 12 Metern in den Winkel, an dem sich aber freilich kein Liverpool-Supporter erfreuen konnte.

Unser Team versuchte erneut den Rückstand aufzuholen, was beinahe auch gelungen wäre, als Sadio Mane den Pfosten des gegnerischen Gehäuses traf. Doch statt des erneuten Ausgleichs für unsere Reds konnte Madrid durch einen zweiten katastrophalen Fehler unseres Keepers, der einen 30 Meter-Schuss von Gareth Bale unbedrängt durch seine Hände gleiten ließ, auf 3:1 davonziehen (83.).

Dies bedeutete den Endstand. Durch ein (von vielen als Vorsatz eingestuftes) Foul und zwei krasse individuelle Fehler blieb uns der 6. Titel in der Königsklasse leider verwehrt. Was bei den meisten von uns zunächst blieb, war Leere…

Unser Mitglied Udo fasste diese Gefühlswelt sehr treffend zusammen…


Das „gestohlene“ Endspiel

Als das Spiel abgepfiffen war, saß ich regungslos vor dem Fernseher und wusste nichts mit mir anzufangen. 
Ich wartete immer noch auf das Endspiel, auf das ich mich wochenlang so gefreut hatte. Es hatte nicht stattgefunden. Es wurde aus meiner Sicht nach 23 Minuten von Sergio Ramos abgebrochen, eine Wiederholung – oder besser Neuansetzung – gab es wohl nicht und Real Madrid wurde unverständlicher Weise zum Sieger erklärt. 
Irgendwie wollte ich das nicht wahrhaben. Der Traum war einfach so vorbei?

„Respect“ prangt auf den Bannern der UEFA-Champions-League.
Wo war er in diesem Spiel? Ramos gegen Salah – ein ganz normaler Zweikampf? Im Prinzip ja, bis zu dem Moment als beide fallen.
Da klemmt Ramos bewusst den Arm von Salah ein und dreht sich so, dass er mit Wucht auf Salah fällt, der keine Möglichkeit hat, aus dieser Umklammerung herauszukommen.
Ramos, der einige tausend Zweikämpfe bestritten hat, weiß genau, was passiert und nimmt eine Verletzung des Gegners in Kauf – wenn er sie nicht sogar will.

Dass diese Vermutung nicht so falsch ist, sieht man später als er ohne Not einfach mal Torhüter Karius den Ellenbogen an den Kopf knallt, so dass dieser zu Boden geht.
Sergio Ramos ist für mich der Dieb dieses Endspiels. Er hat mir die Freude an diesem Abend einfach geklaut. Ersatzlos.
Dass Karius der einsamste Mensch dieser Nacht wurde, ist eine andere Geschichte. Das Spiel der Reds war schon vorher seines Reizes, seines Charmes und seiner Gefährlichkeit beraubt. Es blieb Trauer und Leere. 


Dennoch ihr Mighty Reds – danke für diese Saison ! 


You‘ll never walk alone (Loris Karius) ! 

 

Und ja, bei aller berechtigten Enttäuschung sollten wir nicht vergessen, dass wir als Qualifikant ins Finale stürmten – und das im wahrsten Sinne des Wortes – und insbesondere in der k.o.-Runde gegen Porto, ManCity und Rom magische Europapokal-Nächte erleben durften.

Danke dafür an unser großartiges Team um Jürgen Klopp, dem ja vielleicht im nächsten Jahr der ganz große Champions League-Triumph gelingt – dann übrigens mit Madrid als Endspielort!

 

 

 

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